Startseite

Der Arbeitskreis

Projekte

Persönlichkeiten

Surftipps

Impressum

7. Herbstserenade - 21. September 2001

Mitterteicher Nachtwächter

Die erneute Premiere der „Mitterteicher Nachtwächter” hätte nicht besser sein können: Im Kellnerhaus erfreute ein mit Gesang und Instrumentalmusik vollkommen auf das Mittelalter abgestimmtes Programm die zahlreichen Besucher. Die siebte Herbstserenade wurde dank der einheimischen „Urgesteine” zum überragenden Erfolg.

Alte Instrumente

Diese Einschätzung teilte auch Werner Männer, der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege. Die Erteilung der Marktrechte an Mitterteich habe vor 500 Jahren eine positive Entwicklung gebracht. Die 500-Jahr-Feier 2001 habe mit den „Nachtwächtern” wiederum ein Positivum hervorgebracht. Das Konzert sei schon deshalb eine erneute Premiere, weil die Musiker für den Auftritt innerhalb kürzester Zeit mehrere Instrumente des Mittelalters einstudiert hätten.
„Nachtwächter zu sein, hieß im Mittelalter, Verantwortung zu tragen, die Bevölkerung vor Unheil zu schützen”, sagte Männer weiter. Die Entlohnung habe aber nicht ausgereicht, daher habe man sich auf die Sangeskunst besonnen und dadurch weitere Einnahmen erzielt. Die „Mitterteicher Nachtwächter” seien nicht unbedingt mit den herkömmlichen Sängern, sondern mit den Troubadouren des Mittelalters vergleichbar.

Scheinbar von einer Wallfahrt heimkehrend betraten die Akteure singend und Trommel schlagend („Heit gemma Wollfoahrn”) den Konzertraum. Von da an zündeten sie ein Feuerwerk mittelalterlicher Sanges- und Spielkunst. Hubertus Krämer, Albert Prommersberger, Hans Possehn und Reinhard Rögner wussten mit deutschen und englischen Madrigalen und Villanellen, aber auch instrumental vorgetragenen Tänzen des 16. Jahrhunderts zu überzeugen. Auch sehr zum Vergnügen angereister Gäste aus der englischen Partnergemeinde Cheddleton/Wetley Rocks. Mit Liedern wie „Since Robin Hood”, „Though Pilomela lost her Love” brachte die Gruppe heitere Weisen zu Gehör. Für sichtbare Erheiterung sorgte besonders „Hans im Schnakeloch”. Sehr interessant auch die vierstimmige Interpretation von „My Bonny lass she smileth”.
Alle vier Sänger stammen aus der Formation „Music&More”, die unter Krämers Leitung unter anderem auch die Madrigale des 16. Jahrhunderts im Konzertprogramm hat. Mit Erläuterungen zur Geschichte und den Geschichten rund um die Weisen sowie einer kleinen Instrumentenkunde nahmen Hubertus Krämer und Hans Possehn die englischen und deutschen Gäste im Raum mit ins Mittelalter. Die begeisterten Zuhörer forderten am Ende sehr nachhaltig eine Zugabe, die mit „Come again sweet love” und dem traditionellen „Nachtwächterlied” gegeben wurde. Es erklang während des anschließenden Weinabends noch öfters, jeweils auf die volle Stunde den aktuellen Stimmungen zugetextet. Jetzt erklangen mehr G'stanzln und Couplets aus dem Volk mit sehr deftigen und schelmischen Textzeilen.

Notenständer aus Ästen

Das Horn, von Tenor Reinhard Rögner geblasen, bleibt den Zuhörern wohl lange in Erinnerung, genauso wie die Gewänder und Instrumente. Sämtliche „Ausrüstung” wurde von einheimischen Handwerkern nachgebaut oder zugekauft. Sehenswert waren die Notenständer, die aus natürlich gewachsenen Ästen und Zweigen von einem Plößberger gefertigt wurden und die „Einfachheit” des Konzerts und der damaligen Zeit unterstrichen.

Quelle: Rezension von Hubert Laubert in "Der Neue Tag", 25. September 2002

 

 

Das dominierende Instrument an diesem Abend: die Drehleier

 

Copyright © 2015 Arbeitskreis Heimatpflege Mitterteich