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8. Herbstserenade - 20. September 2003

MUSICA VIVA

Es war wieder ein weiterer Meilenstein für den Arbeitskreis Heimatpflege und den Musikförderverein Mitterteich, den Zuhörern der Herbstserenade die Vielfalt der Musik nahezubringen. Mit dem ersten öffentlichen Auftritt des Ensembles „MUSICA VIVA” hat die mittlerweile im achten Jahr stattfindende Konzertreihe abermals ein musikalisches Ausrufezeichen gesetzt.

„MUSICA VIVA” setzt sich zusammen aus den in der Region geschätzten Musikern Vaclav Eichler und Viktor Ehlscheidt, beide mit einem Lehrauftrag an der Kreismusikschule Tirschenreuth, komplettiert durch die junge Sängerin Katharina Brankovic. Um es gleich deutlich zu machen: anderswo müssen „Superstars” erst erfunden werden, wir haben sie! Wer das nun mit einem Lächeln abtut, sollte lieber dabei gewesen sein. Der Saal des Kellnerhauses hätte an diesem Abend sicher noch ein paar Zuhörer mehr vertragen.

Die Musik, in dieser Besetzung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, liegt dem Ensemble sozusagen im Blut. Haben doch alle ihre Wurzeln im osteuropäischen Raum. So kommt auch die Bezeichnung des Ensembles nicht von ungefähr: „Viva” ist einerseits Kürzel für die Vornamen der Instrumentalisten und weist andererseits auf die Spielweise hin - voll Lebensfreude. Mit ihrem Programm setzen die Musiker den Schwerpunkt auf Klezmer, die traditionelle Instrumentalmusik der osteuropäischen Juden, dargeboten auf Festen aller Art von umherziehenden Musikern. Musik, die tanzt, singt, die Freude und Trauer des Lebens zum Ausdruck bringt. Man kann sie eigentlich nicht beschreiben, man muss sie hören.

So wurde begonnen mit „Freilechs”, einem aus dem hebräischen stammenden Freudentanz von Ferenc Javori, dem Gründer der „Budapest Klezmer Band”. Ins Herz schließen konnte man bereits kurz darauf Katharina Brankovic mit dem sehr einfühlsam gesungenen „Oifn Pripitchik” (Bild re.): Ein glasklar intonierter Sopran mit einer gehörigen Portion Wärme, der je nach Stimmung auch mal in Feuer ausbrechen kann. Gleiches gilt für die überragende Technik des Vaclav Eichler, der in den höchsten Tönen butterweich ansetzt, im nächsten Moment förmlich explodiert, um dann wieder in den untersten Lagen zur Ruhe zu kommen: meisterlich! Ebenso Viktor Ehlscheidt, dessen Musizieren mit dem Akkordeon schon in vergangenen Zeiten mit dem Gerbert-Quartett in aller Munde war. Die Musik natürlich zum großen Teil selbst arrangiert. Es finden sich aber auch Arrangements berühmter Klezmer-Musiker wie eben Ferenc Javori oder auch Coen Wolfgram. Auf das Ensemble zugeschnitten hat Viktor Ehlscheidt Werke von Naftule Brandwein, der, aus Polen nach New York emigriert, in den 1920er Jahren die Klezmer-Szene prägte wie kein Anderer („Naftule shpil es nokh amol”, „Vi bist du geveyzn far prohibishn”).

Eigentlich erst für das kommende Jahr geplant war die Zigeunermusik, doch gab das Ensemble schon jetzt einen kleinen Vorgeschmack mit Zigeunerliedern u. a. aus der tschechischen Heimat Eichlers und natürlich von ihm arrangiert, die Klarinette dabei ersetzt durch das Saxofon.

Die verschiedenen Stimmungen der insgesamt 22(!) Titel zu beschreiben, würde den Rahmen sicherlich sprengen. So bleibt noch zu erwähnen, dass der verdient lang anhaltende Applaus mit dem berühmten „Hava Nagila” erwidert wurde. Die musikalische Runde setzte sich beim anschließenden Weinabend in den Räumlichkeiten des Kellnerhauses fort mit Unterhaltungsmusik a la Beatles (Michelle), aber auch Roberta Flack (Killing Me Softly).

Ein Geheimtipp sind sie jetzt allemal - die „MUSICA VIVA”, oder wie sie einer der Vorsitzenden des Arbeitskreises treffend bezeichnete: Lebensglück und Lebensfreude.

Text und Bilder: Hubertus Krämer

 

 

 

 

 

 

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