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9. Herbstserenade - 2. Oktober 2004

Ensemble Concertante

Es war der erste Auftritt des Quintetts "Ensemble Concertante" in Mitterteich und am Applaus gemessen ein großer Erfolg. Am Samstagabend bestritten die fünf Musikerinnen die neunte Herbstserenade im Kellnerhaus und setzten mit anspruchsvoller Akkordeonmusik einen neuen Akzent im Ablauf des Musikreigens.

Susanne Albert, Karin Gründl, Andrea Reinkraut (alle Mitterteich), Christa Polata und die Leiterin der Musikgruppe, Silke Polata (beide Waldsassen), nahmen die Zuhörer mit auf eine Zeitreise, ausgehend vom Barock hin zur modernen Popmusik. Dies zeigt nicht nur den hohen Anspruch, den sich die fünf Musikerinnen gesetzt haben, sondern das hohe Niveau, dem sie als Mitglieder des Akkordeonorchesters Waldsassen mitunter genügen müssen. Das erkannten auch einige im Publikum. Diese sehr interessierten und vermutlich musikalisch bewanderten Besucher bezeichneten beim anschließenden gemütlichen Beisammensein die Darbietungen und das Können des Quartetts als "sehr hochwertig".

Tatsächlich entlockten die fünf Frauen ihren nicht weniger hochwertigen Instrumenten die unterschiedlichsten Nuancen, sei es auf die Kunst der Darbietung, oder auf die Stimmungen der einzelnen Lieder bezogen. Ein Akkordeon ist in der landläufigen Meinung eher ein volkstümliches Instrument. Um so erstaunter waren die Gäste dann, von Lucie Gumbrecht, die durch das Programm führte, zu erfahren, daß es durchaus schon sehr lange entsprechende Literatur für anspruchsvolle, konzertante Akkordeonmusik gibt. Die Besucher der Herbstserenade durchlebten während des Zusammenspiels der fünf Akkordeons die Bandbreite von beinahe brachial musikalischer Klangfülle bis hin zu sehr gefühlvollen und feinen Passagen.

Die volle Klangfülle kam bei den ersten beiden Stücken des Programms, den "Barock-Impressionen" und dem "Intermezzo aus 1001 Nacht" zur Geltung. Bei den nächsten beiden ging es schon darum, mit dem Akkordeon ein Lebensgefühl auszudrücken. Bei den "Balkan-Impressionen" glaubte man im übertragenen Sinn den Stolz, die unbändige Lebensfreude, aber auch mal Trauer, ein In-Sich-Gekehrt-Sein und einen neuen Aufbruch zu erleben. Ganz nach dem Lebensgefühl, das die unterschiedlichen Lieder aus dieser Region ausdrücken sollen. Entsprechend wild und schnell, dann aber wieder sehr langsam und beinahe "stillstehend" interpretierte das "Ensemble Concertante" diese Lebensweise. Mit "Romanze" kam der Eindruck auf, von der ungezähmten Wildheit ausgehend in einen beschwingten Zustand zu gleiten, im Walzerschritt, verliebt und die Welt um sich vergessend, über den Tanzboden zu schweben.

Edward Elgar, so berichtete Gumbrecht, habe "Pomp and Circumstance" schon im Jugendalter und mit noch unzureichender Ausbildung als Komponist geschrieben. Zunächst dürften nur die Musikkenner gewußt haben, welch allgemeine bekannte Weise sich hinter dem Titel verbirgt. Spätestens dann, als das Quintett jene Passage spielte, mit der noch heute Übertragungen, Berichte und Hochzeiten der "Royals" unterlegt werden, erkannten alle Zuhörer dieses Stück. Dem tschechischen Komponisten Antonin Dvorák verdanken wir nicht nur seine fünfte Sinfonie, sondern in einer moderneren Bearbeitung durch  Draeger auch  den "Slawischen Tanz Nr. 8", der nochmals die wilde Ungezähmtheit und Lebensfreude der Slawen aufleben ließ. Von einem dreifach wiederkehrendem Refrain hörten die Gäste bei "Rondo in Rhythm".

Den Sprung in die Neuzeit wagten die Musikerinnen dann mit "You'll be in my Heart" von Phil Collins, schwenkten in der Zugabe vom Popsong zu Swing und Glenn Miller und beendeten die Herbstserenade nochmals gefühlvoll mit dem Titelsong aus "König der Löwen". Während des gemütlichen Beisammensein im Anschluß daran brachte "Ensemble Concertante" nochmals Lieder aus neuerer Zeit und wußte mit weniger anspruchsvollem, aber dennoch sehr gutem Programm zu begeistern.

Quelle: Rezension von Hubert Laubert in "Der Neue Tag", 5. Oktober 2004

 

 

 

 

 

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