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15. Herbstserenade - 11. September 2010

Andrea Artmann(Gesang), Jakob Schröder (Klavier)

Ein durchweg gelungenes Gastspiel in ihrer alten Heimat absolvierte am Wochenende die Sopranistin Andrea Artmann bei der Herbstserenade des Arbeitskreises Heimatpflege. Unterstützt vom Kreismusikschulleiter Jakob Schröder am Flügel lieferte die gebürtige Mitterteicherin ein begeisterndes Konzert in der mit 120 Besuchern restlos gefüllten Aula der Grundschule ab.

Dabei bewies die Diplom-Gesangssolistin, die heute im Raum Saarbrücken wohnt, dass für einen künstlerischen Auftritt nicht immer eine aufwendige Bühnenshow nötig ist. Konzentriert trat sie im langen, schwarzen Abendkleid neben das Klavier und überzeugte ohne große Gesten ausschließlich mit ihrer hervorragenden Stimme.

Zu Beginn schlug sie im Liederzyklus "Zigeunerlieder opus 55" von Antonin Dvorak eher volkstümliche Töne an. Durch wiederholte Wechsel von Dur zu Moll drückte Artmann gekonnt die Stimmungswechsel der Kompositionen aus. Mal nachdenklich, dann wieder leicht und fröhlich intonierte sie die komplette Bandbreite der Emotionen von "himmelhoch jauchzend" bis "zum Tode betrübt".
Die Gabe Artmanns, mit ihrer Stimme Gefühle zu transportieren, kam bei den Werken Robert Schumanns, die unter dem Titel "Frauenliebe und -leben opus 42" zusammengefasst waren, noch besser zu Geltung. Aus Anlass des Schumann- Jubiläumsjahres hatte Artmann sich für diese Liederreihe entschieden. Bewusst hatte sie Momente im Leben einer Frau, wie das Kennenlernen eines Mannes, die Verlobung oder die Geburt eines Kindes ausgewählt, da sich vor allem das weibliche Publikum mit diesen Lebensetappen identifizieren kann.

Beim letzten Liederblock aus der Feder von Richard Strauss bewies Andrea Artmann nochmals ihr ganzes Können. Mit ihrer Stimme erreichte sie Höhen, die einem Großteil der Bevölkerung ewig verwehrt bleiben, trifft dabei auf beeindruckende Weise aber stets punktgenau die Töne.

Dies galt im Übrigen auch für Jakob Schröder am Flügel. Gerade bei den eher orchestralen Strauss-Stücken flogen seine Finger treffsicher über die Tasten. Man merkte Artmann und Schröder nicht an, dass wenige Proben für das Einstudieren des Gesangsabends genügen mussten. Mit lang anhaltendem Applaus verabschiedete das Publikum die beiden Künstler.

Arbeitskreis-Vorsitzender Werner Männer war voll des Lobes: "Wir durften einen tollen und wahrscheinlich seltenen Abend erleben, denn wer weiß, wann Andrea das nächste Mal in der Region auftreten wird." Auch die Zuschauerzahl wertete er als vollen Erfolg.

 

 

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