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Segen für Zeitzeugen christlicher Kultur (8)

Kreuz beim "Scharfen Eck"

Dem Arbeitskreis Heimatpflege um Werner Männer und Dritten Bürgermeister Erhard Sommer ist es zu verdanken, dass ein altes Feldkreuz nach mehr als 70 Jahren wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückkehrte. Bei einer Maiandacht erhielt das sanierte Kreuz am damaligen "Scharfen Eck" jetzt den kirchlichen Segen.

Erhard Sommer, einer der Vorsitzenden des Arbeitskreises, gab einen Einblick in die Geschichte des Kreuzes. Wie eine Postkarte zeigt, gehörte das Kreuz mit den Initialen "A.G. 1884" zum einstigen landwirtschaftlichen Anwesen Gleißner (Hausname Gleißneraugl). Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde der Mühlgraben, dessen Wasser zum Betrieb der Obermühle genutzt wurde, im Bereich der Stinglstraße und der Malzgasse verrohrt und zugeschüttet, um die Zufahrt zu verbreitern.

Wahrscheinlich, so Sommer, stand bei diesen und späteren Umbaumaßnahmen das Kreuz im Weg. In der Folgezeit sei es über viele Jahre hinweg in einer Ecke gelagert worden. Im Mai des Jahres 1976 verunglückte der Sohn des Buchdruckers Erich Mayerhöfer, der zum Andenken an seinen Sohn das Kreuz in seinem Garten aufstellte. Dort blieb es bis ins Jahr 2006.

Antrag genehmigt

Nachdem der Garten verkauft worden war, begann die Suche nach einem neuen Standort. Zur Zwischenlagerung kam zunächst es in den Hof der Familie Schaumberger. Der Arbeitskreis Heimatpflege fragte schließlich bei Bürgermeister Roland Grillmeier an, ob das Kreuz wieder am ursprünglichen Platz aufgestellt werden könne. Der Stadtrat genehmigte das Vorhaben und die Sanierung konnte beginnen.

Neben einer gründlichen Reinigung des Kreuzes stattete der Arbeitskreis die Nische im Granitsockel mit einer neuen Porzellan-Madonna aus. Sommer dankte den vielen Helfern, insbesondere Alfred Grillmeier und Karl Koller, die sich um das Kreuz gekümmert hatten. Ein Dank ging auch an die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs unter der Leitung von Wolfgang Stark, welche die kleine Anlage rund um das Kreuz angelegt haben. Stadtpfarrer Anton Witt nahm im Anschluss die Weihe des Kreuzes vor.

Quelle: „Der Neue Tag” v. 27. Mai 2008
Bilder: Werner Männer

 

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