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Mitterteicher Persönlichkeiten

Thomas Dennerlein

geb. am 27.01.1847 in Mitterteich
gest. am 24.01.1903 in München

Der Bildhauer Thomas Dennerlein

Als Schöpfer zahlreicher monumentaler Plastiken, die zumeist als repräsentativer Schmuck für öffentliche Gebäude dienten, erfreute sich der Bildhauer Thomas Dennerlein im München der Prinzregentenzeit großer Beliebtheit.

Geboren wurde Thomas Dennerlein am 27. Januar 1847 in Mitterteich als Sohn des Lehrers und Kantors Adam Dennerlein, der auch die erste historisch-topographische Beschreibung des Marktes (1845) verfaßte. Von 1859 bis 1864 besuchte er die Kunstgewerbeschule in München, wo er mit originellen Entwürfen für Möbel, Uhren, Leuchtern, Schmuck und Porzellan erste Aufmerksamkeit errang. Seiner künstlerischen Bildung dienten weiterhin die Studienreisen nach Italien, zunächst 1866 und dann, mit einem staatlichen Stipendium, in den Jahren 1873 und 1874.

Unter dem Einfluß des königlichen Oberbaurates und Architekten Gottfried von Neureuther, der den jungen Bildhauer wiederholt mit der plastischen Ausstattung seiner Monumentalbauten in München betraute, entwickelte sich Dennerlein zu einem Exponenten eines streng an der griechischen Antike orientierten Stiles. Für die Technische Hochschule schuf er ab 1867 den figürlich-ornamentalen Dekor, Medaillons, Kapitelle, Adler- und Löwenköpfe. Zu seinen Hauptwerken gehört die Terrakotta- Statue der Pallas Athene auf der Akademie der bildenden Künste aus dem Jahr 1886, über die der bekannte Kunstkritiker Friedrich Pecht schrieb: „Die Göttin lädt mit freundlichem Ernst die Schüler zum Betreten dieser Hallen ein, die sie ihnen gastlich geöffnet. Niemand wird verkennen, wie die Hoheit und Würde, das Unnahbare der Göttin in dieser stolzen Gestalt vortrefflich ausgesprochen sind.”

Bemerkenswerte Leistungen bilden auch die allegorischen Figuren „Feuer und Wasser”, „Handel und Gewerbe”, „Wahrheit und Gerechtigkeit” am Münchner Hauptbahnhof, ebenso die Plastiken „Wahrheit” und „Forschung” am Justizpalast, die „Chemie” und „Mathematik” an der Luitpold-Oberrealschule oder die „Industrie” an der Hypotheken- und Wechselbank (alle München; im Krieg zerstört). Gegenüber diesen klassizistischen Arbeiten wirkt Dennerleins Kleinplastik, z. B. ein Kruzifix für die Krypta der herzoglichen Familie zu Coburg oder die Büsten des Dichters Karl Stieler in Tegernsee (1886) und die seines Förderers Neureuther in der Technischen Hochschule (1888), „moderner”, läßt sie doch eine Verschmelzung von Motiven der italienischen Frührenaissance und Elementen des zeitgenössischen Naturalismus erkennen.

Für sein künstlerisches Werk erhielt Dennerlein zahlreiche Auszeichnungen. So wurde sein „Page im Kostüm des 16. Jahrhunderts” auf der Bayerischen Landes-, Gewerbe- und Kunstausstellung in Nürnberg 1882 mit einer silbernen Medaille prämiert, für eine „Männliche Büste” verlieh man ihm 1897 auf der Internationalen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast die II. Medaille. 1897 erfolgte seine Ernennung zum königlichen Professor. Am 24. Januar 1903 starb Thomas Dennerlein in München.

Bild und Text: Manfred Knedlik

 

Quellen:
Friedrich Pecht, Geschichte der Münchener Kunst im neunzehnten Jahrhundert, München 1888;
Alexander Heilmeyer, Die Plastik des 19. Jahrhunderts in München, München 1931;
Manfred Knedlik, Thomas Dennerlein, in: Allgemeines Künstlerlexikon, Bd. 26, München-Leipzig 1999.

 

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